Der Weissstorch

Elegante Himmelsreisende: Das majestätische Portrait des Weißstorches

Der europäische Weißstorch gehört zur Familie der Schreitvögel. Das Männchen ist etwas größer als das Weibchen, ansonsten unterscheiden sich die Geschlechter nicht. Sie besitzen ein weißes Federkleid mit schwarzen Schwungfedern, Schnabel und Beine sind rötlich.

Steckbrief

Größe: 1,5 m
Länge: 80 – 100 cm
Gewicht: 2,5 – 3,5 kg

Schnabellänge: etwa 20 cm
Flügelspannweite: 2 m – 2,2 m
Höchstalter: 30 Jahre

Kommunikation

Die Stimme der Weißstörche ist nur gering ausgeprägt, daher verständigen sie sich durch das Klappern mit dem Schnabel, wobei sie den Kopf weit nach hinten legen. Das Klappern vernimmt man bei der Begrüßung des Partners, bei der Verteidigung gegen Fremdstörche und auch als Balzritual. Die Jungen machen Zischlaute, wenn sie um Futter betteln.

Ernährung

Der Weißstorch ist ein Wiesenvogel. Wo er erscheint, ist die Umwelt in Ordnung! Er ist ein reiner Fleischfresser und ernährt sich von Kleintieren wie Insekten, Larven, Regenwürmern, Schnecken, Mäusen, Fröschen, kleinen Schlangen, Küken, Fischen und auch Aas. Er benötigt ca. 500 g Futter am Tag.
Störche sind Schlingfresser. Sie sind sehr geschickt und blitzschnell bei der Aufnahme von Futter. Um ihre Jungen zu versorgen, verschlingen sie große Mengen, um es dann im Nest wieder hervorzuwürgen. Wasser wird aufgenommen, indem sie schöpfen. So versorgen sie auch ihren Nachwuchs mit Flüssigkeit.

Brutzeit

Störche brüten einmal im Jahr und beide kümmern sich um das Bebrüten der Eier und die Aufzucht der Jungen.
Die Paare nisten in der Regel immer auf dem gleichen Horst. Die Brut umfasst 3-5 Eier, wobei alle 2 Tage ein Ei gelegt wird. Aus diesem Grund sind die Nestlinge oft unterschiedlich groß. Um den Schlupfzeitpunkt der Küken etwas anzugleichen, wird erst ab dem zweiten gelegten Ei gebrütet.
Die Jungstörche schlüpfen nach ungefähr 30 – 34 Tagen. Nach einem Monat wiegt ein Jungstorch bereits 2 kg. Den ersten Flug absolvieren sie im Alter von 2 Monaten.
Jungstörche kehren erst nach 3 oder 4 Jahren das erste mal nach Europa zurück, nämlich dann, wenn ihre Geschlechtsreife einsetzt.

Storchennest

Da der Weißstorch ein so genannter „Kulturfolger“ ist, baut er sein Nest gerne in der Nähe des Menschen – Dächer und Masten bieten sich dafür hervorragend an. Die Störche renovieren ihr Nest selbst so gut es geht. Die Horste können mit der Zeit aber über 2 m hoch und oft bis zu 1.000 kg schwer werden. wodurch es aufgrund der hohen Last (Statik!) etwas abgetragen und verkleinert werden muss. Zudem holen sich die Störche als Baumaterial nicht nur Äste, sondern auch einiges an organischem Material, wodurch sich das Nest in der Mitte verdichtet und so kein Wasser mehr ablaufen kann.
Bei starken Regengüssen steht das Nest somit unter Wasser und die Küken kühlen trotz dem schützenden Gefieder Ihrer Eltern aus. Bei starken Stürmen kann das Nest auch zerstört werden.
Um die Horstsanierung kümmern sich meistens die Horstbetreuer, und werden dabei von der jeweiligen Gemeinde und Feuerwehr unterstützt.

Zugverhalten

Weißstörche sind Zugvögel, sie fliegen jedes Jahr zwischen Ende August bis Mitte September in ihr Winterquartier in Zentral- und Südafrika und kehren Ende März/Anfang April wieder zu ihrem Brutplatz zurück.
Die Flugstrecke von 10.000 km Richtung Südafrika dauert etwa 3 Monate, der Rückflug nur 2 Monate.
Der europäische Weißstorch nutzt die Thermik um im Gleitflug weite Strecken zurückzulegen. Er umfliegt das Mittelmeer, da dort keine warmen Aufwinde entstehen. Die sogenannten „Weststörche“ nehmen die Route über Gibraltar, die „Oststörche“ über den Bosporus.
Viele Störche überwintern in den letzten Jahren vermehrt bereits in Spanien bzw. Portugal.
Einzelne Störche bleiben den Winter über bereits an ihrem Nistplatz. Ohne Zufütterung durch den Menschen können frei lebende Störche den Winter aber kaum oder nur sehr schwer überleben. Wobei die Kälte das geringere Problem ist. Die große Herausforderung ist der Nahrungsmangel bei geschlossener Schneedecke.